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Alte Friedhöfe Berlins – Teil 1

Alte Friedhöfe – Oase der Ruhe, der Stille des Schweigens. Orte der Melancholie, des Abschieds, der Trauer. Aber auch Orte der stillen Einkehr, wo man zu sich selbst kommt, Gedanken fließen lassen kann. Hier strahlen selbst einfache Kreuze und Engelsfiguren eine ganz besondere Ästhetik aus. Leicht schief, von der Zeit geküsst, mit Moos überwachsen oder von Efeu überrankt. Eine besondere Atmosphäre haben diese Orte, je nach eigener Stimmung und Tages- oder Jahreszeit, umrahmt vom bunten Herbstlaub oder blühenden Frühlingsblumen, im satten Grün des Sommers oder im Weiß des frisch gefallenen Schnees im Winter.

Passend hierzu ein Auszug aus der Geschichte „Die Nachtigall und die Rose“ von Oscar Wilde:

Und als der Mond in den Himmel schien, flog die Nachtigall zu dem Rosenstrauch und presste ihre Brust gegen den Dorn. Die ganze Nacht sang sie, die Brust gegen den Dorn gepresst, und der kalte kristallene Mond neigte sich herab und lauschte. Die ganze Nacht sang sie, und der Dorn drang tiefer und tiefer in ihre Brust, und ihr Lebensblut sickerte weg.

Zuerst sang sie von dem Werden der Liebe in dem Herzen eines Knaben und eines Mädchens. Und an der Spitze des Rosenstrauchs erblühte eine herrliche Rose, Blatt reihte sich an Blatt, wie Lied auf Lied. Erst war sie bleich wie der Nebel, der über dem Fluss hängt, bleich wie die Füße des Morgens und silbern wie die Flügel des Dämmers. Wie das Schattenbild einer Rose in einem Silberspiegel, wie das Schattenbild einer Rose im Teich, so war die Rose, die aufblühte an der Spitze des Rosenstocks.

Der aber rief der Nachtigall zu, dass sie sich fester noch gegen den Dorn presse. „Drück fester, kleine Nachtigall“, rief er, „sonst bricht der Tag an, bevor die Rose vollendet ist.“ (…)

Zum zweiten des Artikel geht es hier entlang.

Die Fotos dieser Galerie wurden auf folgenden Friedhöfen Berlins aufgenommen:
– Französischer Friedhof
– Friedhof der Georgen-Parochial Gemeinde
– Friedhof der Sophiengemeinde
– Friedhof St. Nicolai und St. Marien
– Saint-Elisabeth Friedhof
– Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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3 comments

  1. Bianka Sichtschutz

    Ein echt interessanten und anschaulichen Beitrag hast du hier 😉
    Weiter so!

    Ich war letztens mit meinem Freund um 19 Uhr auf einem Friedhof.
    Als wir wieder raus wollten, war abgeschlossen 😀
    Das war ein Abendteuer! =P

    PS: Schicke Bilder. Welche Kamera benutzt du ?

  2. Hallo Bianka,
    danke danke, das freut mich!! 🙂
    Mir ist auch schon das gleiche wie dir passiert, allerdings war das Tor schon um 17 Uhr zu… Ich musste dann mit mit zwei anderen Friedhofsbesuchern über das Tor klettern… *lach*
    Ich mache meine Fotos mit einer Canon Powershot SX 40 HS und einer Canon Ixus, je nachdem, was ich gerade so bei mir habe. Manchmal ist es auch nur meine Handy-Kamera 🙂

  3. Claudia Ciardi

    Auch ich würde dieses Buch vorschlagen:
    Klaus Hammer, Friedhöfe in Berlin – Ein kunst – und kultur – geschichtlicher Führer,
    Jaron Verlag, 2011
    und mein Artikel über Weißensee:
    http://margininversi.blogspot.it/search?q=weissensee
    Claudia Ciardi

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