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Update: Abriss von Teilen der East Side Gallery

Viele in und um Berlin werden es inzwischen mitbekommen haben: Ein Teil der East Side Gallery soll abgerissen werden, damit eine Fußgängerbrücke künftig beide Spreeseiten verbindet. Zusätzlich soll ein bereits bestehender Mauerdurchbruch verbreitert werden, damit dahinter auf dem ehemaligen Todesstreifen ein 14-geschösssiges Hochhaus entstehen kann.

Die East Side Gallery in der Nähe der Oberbaumbrücke und des Ostbahnhofs gelegen, ist das längste Stück Mauer, was noch im Originalzustand erhalten ist. Es ist ein Teil der deutschen Geschichte und steht für die Teilung Berlin. Jetzt soll ein 22m langes Teil der Mauer abgerissen werden, um die „Brommybrücke“ wieder aufzubauen, die an dieser Stelle bis 1945 stand, bevor sie von sowjetischen Truppen gesprengt wurde. Außerdem soll der Mauerdurchbruch an der Strandbar um 5 m erweitert werden, damit dahinter 36 Eigentumswohnungen entstehen können– für den stolzen Preis von bis zu fast 8.000 EUR pro qm und gegen den Bürgerentscheid „Spreeufer für alle!“ von 2008, der sich gegen Hochhäuser am Spreeufer ausgesprochen hat. Davon mal ganz abgesehen steht die East Side Gallery seit Anfang der 90er Jahre unter Denkmalschutz.

Freitag fand eine spontane erste Demo statt, so konnte zunächst ein Baustopp erreicht werden, nachdem schon ein Teil der Mauer entfernt wurde. Am Sonntag wurde dann zu einer weiteren Demo aufgerufen, zu der ab ca. 14 Uhr zahlreiche Menschen erschienen – nach Polizeiangaben etwa 6.000. Viele selbstgemachte Plakate waren zu sehen („Berlin verkauft sich und seine Geschichte“…) und immer wieder erscholl der Schlachtruf: „Wowereit, die Mauer bleibt“. Die Redner forderten ein Eingreifen des Berliner Senats, z.B. ein Angebot eines alternativen Grundstücks fürs die Investoren des Bauvorhabens. Eine kleine Galerie mit Fotos von Sonntag findet ihr am Ende des Artikels.

Wer gegen den Abriss der East Side Gallery ist,  kann diese Online-Petition mit seiner Unterschrift unterstützen. Aktuell gibt es schon über 61.000 Unterschriften, um die 14.000 werden noch benötigt.

Wer darüber hinaus heute Morgen Zeit hat: Es wird dazu aufgerufen, die angekündigte Fortsetzung der Bauarbeiten mit einer weiteren Demonstration zu verhindern.

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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3 comments

  1. Einen hilfreichen fundierten Artikel zu den Hintergründen dieser Situation und möglichen Missverständnissen, gibt es hier zu lesen: http://www.taz.de/!112114/

  2. Und wie geht es jetzt weiter? Weiss man denn schon, ob irgendwann weiter gemacht wird oder ob eine Bebauung nach einem Gesetz gar nicht möglich sein darf?

  3. enrico hartwig

    ist doch schon eigenartig,für jegliche Glaubensrichtung findet sich in Berlin in allerbester Lage ein Grundstück,seis um ein Denkmal oder Gebetshaus zu errichten.das betrifft uns natürlich nicht,hier wird aus Solidatität und als Zeichen der Völkerfreundschaft geheuchelt.was aber unsere Geschichte betrifft wird einfach ignoriert,Sie sollten sich schämen Herr Wowereit,so einem Abriss zugestimmt zu haben.

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