Home / Architektur / Zum Tag des Denkmals: Eine Führung im Berliner Congress Center

Zum Tag des Denkmals: Eine Führung im Berliner Congress Center

Der Tag des offenen Denkmals fand bundesweit am vergangenen Sonntag statt, in Berlin sogar am ganzen Wochenende. Mit weit über 300 Denkmalen und über 900 Programmpunkten war Berlin wieder Spitzenreiter unter den deutschen Städten, was das vielfältige Angebot anging. Was alles zum Programm gehörte, könnt ihr hier nachsehen. Ich hatte mir u.a. eine Führung in der ehemaligen Kongresshalle am Alexanderplatz ausgesucht, direkt gegenüber dem Alexa.

Dieser flache Bau mit der doppelstöckigen Gläserfront und der mittigen Kuppel fällt sofort ins Auge. Das Gebäude entstand 1961 – 1964 zusammen mit dem daneben gelegenen „Haus des Lehrers“, einem 12-geschössigen Hochhaus, welches für pädagogische Aus- und Weiterbildung genutzt werden sollte. Auffällig an diesem Betonriesen ist die große „Bauchbinde“ im Bereich der 3. und 4. Etage: ein 7 m hoher, das Gebäude umlaufender Wandfries von Walter Womacka mit Motiven aus dem gesellschaftlichen Leben der DDR.

Der Architekt des Ensembles war Hermann Henselmann, der Stararchitekt der DDR, der u.a. auch den Fernsehturm am Alexanderplatz und das Frankfurter Tor / die Stalinallee (Link) mitgeprägt hat. Henselmann war ein Bauhausschüler, die Bauhausdirektiven „form follows function“ und „skin and bones“ sind ganz klar im inneren der Kongresshalle zu sehen. Hier wirken Transparenz und Funktionalität, Leichtigkeit, weite Flächen und freie Sicht. Einen Streich hat sich Henselmann übrigens mit den Wendeltreppen erlaubt, denn diese wiedersprechen so ganz dem eigentlichen Bauhausstil.

Die Kongresshalle wurde im Laufe der Jahre für verschiedene internationale Kongresse und Kulturveranstaltungen genutzt. Von 1964 – 1968 tagt hier die Volkskammer der DDR. In den achtziger Jahren wurden beide Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.

Ab 2002 wurde das Haus des Lehrers und die Kongresshalle, inzwischen bcc Berliner Congress Center genannt,  unter Leitung des Berliner Architekten Kerk-Oliver Dahm für ca. 30 Mio. Euro denkmalgerecht saniert und grundlegend modernisiert. Dabei wurde versucht, möglichst viel von dem ursprünglichen Bauhaus-Gedanken beizubehalten bzw. wieder aufleben zu lassen. Sogar die ursprüngliche kräftige blaue Wandfarbe wurde wieder hergestellt.

Im September 2003 wurde das bcc mit einem internationalen Ärztekongress wiedereröffnet. Mit einer Gesamtfläche von rund 10.000 qm bietet es Platz für Events mit über 2.000 Gästen. Der größte Veranstaltungsraum und Herzstück des bcc ist der Kuppelsaal , der bestuhlt Platz für bis 1.000 Personen bietet. Anfang 2005 ist auch das Haus des Lehrers wieder bezugsfertig und bietet nun Büroflächen auf 6.700 qm.

Hier noch ein paar Bilder, die während meiner Führung entstanden sind. Zum Vergrößern der Bilder, einfrach draufklicken 🙂

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

Check Also

Reval/Tallinn - Zentrum

Der Ort Reval und Mister Simon Dach

Eine große Stadt wie Berlin hat unzählige Plätze und Straßen aufzubieten, die natürlich auch einen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*