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Ein Wahrzeichen Berlins: Der Berliner Dom

Jeder, der Unter den Linden entlang schlendert, kann ihn nicht übersehen: Die größte Kirche Berlins, den Berliner Dom. Ob als Fotomotiv, zum Ausruhen auf dem Rasen des Lustgartens davor oder als Besucher eines Gottesdienstes, einer Führung oder einer der zahlreichen Veranstaltungen und Konzerte – der Dom zieht Jahr für Jahr zahllose Besucher an.

Die Geschichte des Doms, dessen offizieller Name eigentlich „Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin“ lautet, geht bis ins Jahr 1465 zurück. In diesem Jahr wurde an dieser Stelle auf der Spreeinsel die St.-Erasmus-Kapelle errichtet als Teil des gerade fertiggestellten kurfürstlichen Schlosses.  Der Name leitet sich aus der damaligen Bezeichnung solcher gestifteten Kirchen als „Domkirche“ ab. Mit Martin Luthers Unterstützung führte Kurfürst Joachim II. 1539 die Reformation ein und der Dom wurde so von einer katholischen zu einer protestantischen Kirche. Im Auftrag Friedrich des Großen erfolgte von 1747-1750 der Abriss der alten Kirche und der Neubau der neuen im Stile des Barock. Karl Friedrich Schinkel fügte klassizistische Elemente in den Jahren 1816-1821 im Inneren und am äußeren Erscheinungsbild dazu.

Da die Rufe nach einem repräsentativen Neubau immer lauter wurden, legte Schinkel bald mehrere Entwürfe dazu vor. Die ersten Arbeiten wurden jedoch 1848 wieder eingestellt. Erst 1894 fand nach dem Abbruch der alten Domkirche die neue Grundsteinlegung statt. Nach 11 Jahren Bauzeit war das neue Schmuckstück fertig: Eine mächtige, 114m hohe Domkuppel mit einem Durchmesser von 33 Metern und vier Ecktürmen. Der Dom besteht aus der zentralen Predigtkirche unter der Kuppel sowie der Tauf- und Traukirche, das monumentale Hauptportal liegt am Lustgarten. Zur damaligen Zeit kostete das Bauprojekt 11,5 Millionen Mark – nach heutigen Maßstäben würde man für ein ähnliches Gebäude ungefähr 180 Millionen Euro benötigen.

Die Folgen des 2. Weltkriegs machten auch vor dem Dom nicht Halt. Ein Luftangriff zerstörte 1940 alle Altarfenster und führte zu Rissen in den Kuppeln der Ecktürme. Eine Flüssigkeitsbrandbombe löste 1944 ein Feuer in der Kuppel des Doms aus, welches nicht gelöscht werden konnte. Teile der brennenden Kuppel stürzten in den Kirchraum, durchschlugen den Boden, so dass sich das Feuer bis in die Gruft ausweiten konnte und große Teile der Hohenzollerngruft beschädigte. Der Dom wurde innerhalb einer Nacht zur Ruine.

Die Glocken erklangen erst im November 1948 das erste Mal wieder und erst 1953 konnten die Arbeiten für eine Notbedachung über der Domkuppel abgeschlossen werden. 1975 begann der Wiederaufbau des Doms. Die Außenfassade wurde im Wesentlichen 1983 fertig. Der Kuppelbereich wurde jedoch nicht originalgetreu nachgebaut, sondern nur stark vereinfacht wieder hergestellt, die Ecktürme um 16m in ihrer Höhe reduziert. 1984 begannen die Arbeiten am Innenausbau. 1993 fand schließlich die Wiedereröffnung mit einem feierlichen Gottesdienst statt. Die Arbeiten waren jedoch noch nicht beendet: Die Glasfenster im Altarraum und die Mosaikgemälde im Kuppelraum wurden in den folgenden Jahren noch rekonstruiert. 2002 konnte schließlich das letzte Kuppelmosaik fertig gestellt werden. Der Dom steht heute unter Denkmalschutz.

In der Gruft des Berliner Doms wurden übrigens von 1536 bis 1916 Mitglieder des Hauses Hohenzollern, des ehemaligen preußischen Königshauses, beigesetzt, allerdings keiner der deutschen Kaiser. U.a. liegen hier der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm, Kurfürstin Dorothea, der erste König in Preußen Friedrich I. und Königin Sophie Charlotte.

Die Orgel im Inneren des Doms ist die größte im Original erhaltene Orgel der Spätromantik. Lauschen kann man ihr täglich während der Andachten oder bei den Gottesdiensten und Orgelkonzerten. Die Termine aller Veranstaltungen im Berliner Dom könnt ihr hier finden. Ich habe selbst letztens ein klassisches Konzert besucht – der Klang ist echt super!

Etwas ziemlich kurioses passiert zurzeit auf dem Dach des Doms: Ein Imker zieht dort gerade regelmäßig seine Runden und kümmert sich seit April um seine Honigbienen auf dem Domdach. Es geht ihm darum, auf das Bienensterben in der Region aufmerksam zu machen. Die Aktion ist Teil des Projekts „Berlin summt“, bei der 15 Imker ihre Bienen auf Dächer prominenter Gebäude brachten. Der Dom beteiligt sich im zweiten Jahr an der Aktion, 2011 wurden so immerhin 40 kg „Dom-Honig“ geerntet.

Hier noch ein paar Bilder vom Dom. Für eine vergrößerte Ansicht der Galeriebilder einfach auf das jeweilige Bild klicken.

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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2 comments

  1. Vorbeigegangen bin ich schon öfters – aber ehrlich gesagt habe ich mir den Dom noch nie von innen angesehen. Das werde ich mir gleich einmal für meinen nächsten Berlin-Besuch vornehmen. 🙂

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