Home / Architektur / Fundstück: Das Pferd am Hauptbahnhof

Fundstück: Das Pferd am Hauptbahnhof

Dem ein oder anderen wird sie schon aufgefallen sein – die etwas merkwürdige Pferde-Skulptur auf der nördlichen Terasse des Hauptbahnhofs am Ausgang Europaplatz. Ist man ansonsten eher anmutige Pferde-Posen gewohnt, z.B. bei den diversen Reiter-Standbildern in Berlin, so sieht dieser „Gaul“ doch etwas so aus, als hätte er die besten Tage schon hinter sich.

Das „Rolling Horse“ – oder nach einem Wettbewerb unter den B.Z.-Lesern auch „Zugpferd“ genannt – soll halb Pferd und halb Eisenbahnrad darstellen und ist alles andere als ein Leichtgewicht, wiegt es doch bei knapp 10 m Höhe, 11 m Länge und 8m Breite fast 35 Tonnen. Im Sockel liegen liegen neben einem Teddybären aus Eisen alte Setine und Fragmente des früheren Lehrter Stadtbahnhofs, die man durch vier große Bullaugen sehen kann. Der Sockel wiederum steht auf einem Fundament, in das Schienen eingelassen sind. Abends strahlen blaue Lampen das Pferd von unten an und symbolisieren Gleisanschlüsse. Die Pferdeaugen selber leuchten in wechselnden Farben.

In Auftrag gegeben wurde die Skulptur von Hartmut Mehdorn bei dem Künstler Jürgen Goertz und im im Mai 2007 von der Deutschen Bahn aufgestellt. Begeistert davon waren nicht alle, der Berufsverband der Bildenden Künstler Berlins übte z.B. scharfe Kritik und sprach von einer „Misshandlung des öffentlichen Raumes“. Die Bezirksverwaltung Mitte sprach von einem „gigantischen Schaukelpferd“. Fotografiert wird das „Rolling Horse“ von den Touristen allemale. Und – wie gefällt es euch? Kunstwerk, Kitsch oder doch öffentliche Verschandelung?

Pferd am Hauptbahnhof (klicken zum Vergrößern)
Pferd am Hauptbahnhof (2) (klicken zum Vergrößern)

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

Check Also

Multimedia-Show „Brandenburger Tor“

Von mir leider völlig unbemerkt, hat sich die Ausstellung „The Kennedys“ in die Auguststr. verzogen, …

One comment

  1. Bei uns heißt das Vieh, ob seines Gesichtsausdrucks, „kotzendes Pferd“ – verständlich, es muss ja auch den ganzen Tag mit Blick aufs S-Bahngleis und die Baustelle gerichtet da herumstehen und dient des Nachts gern als öffentliches Pissoir. Der Metallic-Look und die Beleuchtung (die inzwischen auch nicht mehr funktioniert) passen aber gut zur Umgebung. Und es ist schön, dass der alte Stadtbahnhof durch seine dort ausgestellten Fragmente in Erinnerung bleibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*