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Die Mühlendammschleuse und der Historische Hafen in der Stadtmitte

Eine Freundin bekam letztens Besuch von ihren Eltern und wie sollte es bei schönem Wetter anders sein – ab mit dem Dampfer auf die Spree. Von der O2-World ging es runter zum Hansa-Ufer. Entdeckt haben wir bei dieser Fahrt auch die Mühlendamm-Schleuse und den Historischen Hafen.

Die Mühlendammschleuse liegt korrekt „verortet“ an km 17,8 der Spree-Oder-Wasserstraße. Sie gleicht an dieser Stelle eine Fallhöhe von knapp 1,50 m aus. Bis kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts wurde der gesamte Schiffsverkehr in der Berliner Stadtmitte über die im Spreekanal/Kupfergraben liegende Schleuse abgewickelt. Dieses „Nadelöhr“, deren Schleusenanlage mehrfach vergrößert wurde, ist 1935 – 1942 zu einem Wehr mit Bootsschleuse zurückgebaut worden. Heute ist die Kammer der Schleuse 136m lang und 12m breit und dient neben der Schleuse Charlottenburg der Schiffbarmachung der Stadtspree. Dabei ist die Schleuse wegen der schwierigen nautischen Bedingungen im Spreebogen nicht für „muskelbetriebene Fahrzeuge“ – also Tretboote, Kajaks o.ä. 🙂 – zugelassen.

Im eigentlichen Flussverlauf der Spree wurde 1894 die erste Einkammer-Schleuse errichtet. Dies war nur möglich, weil der Betrieb der beiden Mühlen und des Speichers auf dem Mühlendamm 1880 eingestellt wurde. In den Jahren 1936 – 1942 entstand 100 m oberhalb des Mühlendamms der Neubau einer Doppelkammer für 1000 t -Schiffe. Seitdem liegt die Mühlendammbrücke im Schleusenunterwasser.

Einfahrt in die Mühlendamm-Schleuse
An der Schleuse

 

 

 

 

 

 

 

Gegenüber der Mühlendamm-Schleuse liegt der Historische Hafen von Berlin, zwischen Fischerinsel und Märkischem Ufer. Er wurde 1990 als Verein gegründet und hat sich den Erhalt und den Betrieb von historischen Binnenschiffen zum Ziel gesetzt. Mit über 20 historischen Schiffen ist er der größte Museumshafen Deutschlands. Die durchschnittlich 100 Jahre alten Schmuckstücke sind zum großen Teil fahrbereit und können teilweise gechartert werden. Auf dem alten Heckradschlepper „Jeseniky“ befindet sich das Restaurant „Deckshaus“, Theater gibt auf dem Theaterkahn „Helene“ und die „Renate-Angelika“ beherbergt eine Dauerausstellung zur Geschichte der Binnenschifffahrt auf Spree und Havel. Zu den Schmuckstücken der Flotte zählt die “Heinrich Zille”, das älteste Fahrgastschiff Berlins von 1898, und der große Schleppdampfer “Andreas”, der 1950 letzte in Deutschland gebaute Schleppdampfer für Binnengewässer. Im Januar findet alljährlich das Schifferfest statt. Bei einem traditionellen Umzug geht es vom Historischen Hafen durch das Nikolaiviertel zum Roten Rathaus, zum Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin und zurück. Am Abend wird zum Schifferball geladen. Ende August ist Hafenfest mit Schiffsfahrten, Nautiquitätenmarkt, Räucherfisch und Feuerwerk.

 

Der Schleppdampfer „Andreas“

 

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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