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Das Holocaust-Denkmal am Brandenburger Tor

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz ist die zentrale Holocaustgedenkstätte Deutschlands. Das Stelenfeld soll ein Ort der Erinnerung sein und an der Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedenken.

Das Denkmal wurde 1999 im Deutschen Bundestag beschlossen, der Entwurf stammt von New Yorker Architekten Peter Eisenman. Im Frühjahr 2003 wird mit dem Bau begonnen, im Mai 2005 wird das Denkmal feierlich eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt zieren 2.711 Betonstelen den Platz und der Ort der Information, ein unterirdisches Dokumentationszentrum, ist fertig gestellt.

Die Pfeiler sind in parallelen Reihen angeordnet, zwischen 1 – 4,70 m hoch und  besitzen eine unterschiedliche Neigung. Sie stehen auf einem unregelmäßig abgesenkten Gelände von ca. 19.000 m². Dies führt von außen zu einem wellenförmigen Eindruck. Das Stelenfeld ist von allen vier Seiten begehbar. Je nachdem, wie man dort umherwandert, erhält man eine andere Perspektive. Manchmal schaut man über das Ganze hinweg, manchmal ragen die Betonpfeiler bedrohlich über einem auf, man verliert die Orientierung und Unsicherheit kommt auf. Am Rand des Feldes wurden über 40 Bäume gepflanzt.

Das Mahnmal hat inzwischen viele Preise gewonnen, u.a. 2007 den renommierten »Honor Award for Architecture« des American Institute of Architects (AIA). Dieser Preis gilt als höchste Anerkennung für Architektur in den USA und zählt weltweit zu den bedeutendsten Auszeichnungen in diesem Bereich.

Jedoch gab es in der Öffentlichkeit auch oft Kritik und kontroverse Diskussionen um Form und Größe des Denkmals. Zum einen gab es Proteste beim Bau des Denkmals, als bekannt wurde, dass die Degussa AG beim Bau mit involviert war. Die Degussa-Tochter Degesch hatte während der Zeit des Nationalsozialismus das Giftgas Zyklon B hergestellt, das in den Konzentrationslagern zur Ermordung von Juden eingesetzt wurde. Ebenfalls wurden die hohen Baukosten stark kritisiert. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma bemängelte, dass zwar der ermordeten Juden Europas gedacht werde, nicht aber anderer Opfer des NS-Regimes, die ebenfalls im Holocaust ihr Leben ließen.

Inzwischen nagt schon der Zahn der Zeit an den Betonstelen – sie fangen an zu bröckeln. Um die ersten Blöcke liegen schon probeweise weiße Stahlmanschetten als Sicherungsmaßnahmen. Schätzungen zu Folge ist etwa jede siebte Stele betroffen. Vor Gericht soll nun geklärt werden, warum das Mahnmal verfällt und wer dafür die Verantwortung trägt.

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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3 comments

  1. Also ich finde das Denkmal schon recht imposant, wenn man tatsächlich davorsteht. Finde, dass es auf Fotos oder in TV-Berichten nicht ganz so rüberkommt, wie „in echt“.

    Finde es auch gut, dass man gerade in diesem Hotspot ein Denkmal errichtet hat und nicht noch irgendein zehnstöckiges Büro-Komplex 🙂

  2. Stan ten Thije

    Hallo Sunnykat,

    We are interested in using a picture on this website for a printed publication we are planning, to be specific this one: http://blog.inberlin.de/wp-content/uploads/2012/08/Mahnmal-von-oben-150×150.jpg
    Is it possible for use to buy / receive / use this photograph, and to receive it in a larger format?

    Mit freundlichen Grüßen (I’m afraid my german isn’t what it used to be anymore, but this I remember!), Stan

    • Hi Stan,
      unfortunately I did all the pictures in this article by myself – except of the one you mentioned. It’s a free to use one I found in the Internet.
      Best regards
      Sunnykat

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