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Straßen von Berlin – Alt-Moabit Teil 1

Alt-Moabit ist das heutige „Straßenthema“, obwohl es erst mal nicht wie eine Straße klingt sondern wie ein Kiezname. Der Name Moabit ist nicht ganz eindeutig geklärt, eine Herkunftsdeutung geht auf die Hugenotten zurück. Die ihre neue Heimat Moabit bezogen, angelehnt an die Bibel, wo geschrieben steht, dass die Israeliten Zuflucht fanden im Land der Moabiter, bevor sie nach Kanaan zogen! Oder direkt vom französischen „mon habitat“ – Mein Wohnort. Eine weitere Namensdeutung könnte aus dem slawischen kommen, da dort das Wort moch – Moor bedeutet. Die letzte Version wäre der Berliner Mundart zuzuschreiben, das Moabit eine Abkürzung von Moorjebiet sein könnte. (siehe auch Quellennachweis). Es war ein Teil vom Bezirk Tiergarten und nun ein Teil von Berlin-Mitte, mit dessen Mitte-Kürzel ja gern geworben wird.

Was feststeht, dass es wirklich mal ein Moorgebiet war und Alt-Moabit dem Namen nach der Kern von Moabit war und ist. Berühmt ist die 2,8 km lange Straße durch das Gefängnis, wo auch schon Erich Honecker zu Gast war. Beginnen wir im Westen, dort gibt es rechtsseitig einen schönen Blick auf die Spree mit einem Restaurant, welches mit dem Konterfei von Albert Einstein wirbt. Linksseitig, an der Hausnr. 53, gibt es die erste DS-Kneipe Deutschlands. Bevor es zu spekulativ wird, sei gesagt, das DS hier im Zusammenhang mit der Automarke Citroen steht. Dem entsprechend liebevoll ist die Lokalität auch eingerichtet.

An der kommenden Kreuzung mit der Gotzkowskystraße befindet sich das ehemals großflächige Pumpenwerk VIII von Alt-Moabit, welche 1889/90 im roten Backsteinbau-Stil erbaut wurde. Nun ist es eine Eventlocation und hört auf den Namen „Universal Hall Berlin„.  Hinter der Hausnr. 48 befindet sich das Theater Engelbrot, welches äußerlich einen nicht aktiven Zustand sichtbar werden läßt, es soll aber noch in Betrieb sein und hat einen schönen Innenhof. Universell geht es auch ein paar Häuser weiter, mit Trödel, Kunst/Antik, Möbel, Gläser, Bücher, Schallplatten, ausgestopfte Tiere, Türschilder uvm. können dort den Besitzer wechseln. Die Midtown Lofts in der Hausnr. 73 hingegen eher Firmen wie ein Tantra Center und andere Lokalitäten. Was jetzt schon auffällt, dass die Straße einige kleine und mittlere Restaurants der asiatischen Küche parat hält. Die türkische soll hier nicht unter dem Tisch gekehrt werden, sie gehört halt schon zum Berliner Alltag.^^

Auf Höhe der Jagowstraße verbreitet sich Alt-Moabit, ein zusätzlicher Mittelstreifen kommt hinzu, welcher größenteils als Parkplatz fungiert.  Linksseitig zieht sich jetzt eine Grünanlage (Kleiner Tiergarten) hin, welche zumindest von der kleinsten Allee Berlins unterbrochen wird – der Tusnelda-Allee, mit nur einem Anlieger, die Heilandskirche an der Hausnr. 1. Manchmal ist vor der Kirche ein kleiner Markt, mit Ständen auf denen die Waren feilgeboten werden. Auf der rechten Seite von Alt-Moabit sind dann abwechselnd Altbau und 60/70ziger Jahre Bauten zu sehen. So das war es für heute, der erste Teil ist zu Ende, zum zweiten Teil geht es hier lang… natürlich hier bei blog@inBerlin. Visuelle Eindrücke, wie immer in der folgenden Bildergalerie.

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Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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3 comments

  1. Gehört eigentlich der Teil noch zu Nord Berlin? Also eigentlich wollte ich wissen, ob man hier noch den Nord-Berliner kaufen kann oder ich eher auf deren neuen Blog zurückgreifen muss, um mich über meine alte Heimat Oranienburg etc. zu informieren?

  2. Lehrreicher Artikel. Cool, wenn man sowas auch mal aus einem anderen Blickwinkel beschrieben lesen kann.

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