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Papstrede aus Umweltsicht: Ökologische Bewegung ist „Schrei nach Frischer Luft“

Mich hat die Rede des Papstes vor dem deutschen Bundestag sehr bewegt.  Selbst in einem Berliner Bezirk mit Menschen aus 180 Kulturen lebend hat mich gefreut, dass der Papst in Rückgriff auf König Salomon einen Weg der Verständigung über kulturelle und religiöse Grenzen erinnert, der auf Verstehen mit einem „hörenden Herzen“ setzt statt auf Erfolg bei der Vernichtung der Feinde.  Papst Benedikt erinnert auch an die Einigkeit der Menschen in der abendländischen Kultur in ihrem Weltverständnis mit der aufklärerische Trennung von Natur und Vernunft.

Der Papst Benedict (copyright Carina Kircher)

Doch Papst Benedikt bittet die Politiker und damit auch uns alle Zuhörer  mit Blick auf heutige Entwicklungen neue Sichtweisen auf das Ganze zu entwickeln. Er wünscht sich statt einer alleinig positivistischen, wachstumsorientierten Weltsicht eine veränderte Sicht. Es sollte nicht mehr länger nur die Trennung von Natur und Vernunft herrschen. Er wünscht sich für uns alle ein „hörendes Herz“ das zwischen recht und unrecht scheidet. Und wieder weit wird im Blick auf das Ganze. Diese Passage spiegelt das aus meiner Sicht sehr schön: (Zitat)

„Wie finden wir in die Weite, ins Ganze? Wie kann die Vernunft wieder ihre Größe finden, ohne ins Irrationale abzugleiten? Wie kann die Natur wieder in ihrer wahren Tiefe, in ihrem Anspruch und mit ihrer Weisung erscheinen? Ich erinnere an einen Vorgang in der jüngeren politischen Geschichte, in der Hoffnung, nicht allzusehr mißverstanden zu werden und nicht zu viele einseitige Polemiken hervorzurufen. Ich würde sagen, daß das Auftreten der ökologischen Bewegung in der deutschen Politik seit den 70er Jahren zwar wohl nicht Fenster aufgerissen hat, aber ein Schrei nach frischer Luft gewesen ist und bleibt, den man nicht überhören darf und nicht beiseite schieben kann, weil man zu viel Irrationales darin findet.

Jungen Menschen war bewußt geworden, daß irgend etwas in unserem Umgang mit der Natur nicht stimmt. Daß Materie nicht nur Material für unser Machen ist, sondern daß die Erde selbst ihre Würde in sich trägt und wir ihrer Weisung folgen müssen. Es ist wohl klar, daß ich hier nicht Propaganda für eine bestimmte politische Partei mache – nichts liegt mir ferner als dies. Wenn in unserem Umgang mit der Wirklichkeit etwas nicht stimmt, dann müssen wir alle ernstlich über das Ganze nachdenken und sind alle auf die Frage nach den Grundlagen unserer Kultur überhaupt verwiesen. Erlauben Sie mir, bitte, daß ich noch einen Augenblick bei diesem Punkt bleibe. Die Bedeutung der Ökologie ist inzwischen unbestritten. Wir müssen auf die Sprache der Natur hören und entsprechend antworten.“Ganzer Text – sehr empfehlenswert http://www.tagesspiegel.de/politik/die-papst-rede-im-bundest…

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