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Rettet die Ku’Damm-Bühnen

Mitten auf dem Kurfürstendamm in der West-City befinden sich zwei altehrwürdige Theaterbühnen – das „Theater am Kurfürstendamm“ und die „Komödie am Kurfürstendamm“, welche von der Schließung bedroht sind! Diesmal geht es nicht um einen hippen Club in Prenzlauer Berg oder Mitte, mit einer jungen Zielgruppe! Diesmal geht es um sehr alteingesessene Kultur-Institutionen, welche sich an eine erwachsenere Zielgruppe richten. Aber es geht um das Prinzip, die Bühnen können auf eine Geschichte seit dem Jahr 1921 zurückblicken! Nun sieht die Planung der Vermieter einen Abriss der Bühnen vor, um danach hochwertige Büro/Ladenflächen im Kudamm-Karee anbieten zu können. Die Planung sieht aber auch ein Theater vor, welches auf dem Dach der möglichen Shoppingmall seinen Spielbetrieb aufnehmen könnte.

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Für den Erhalt dieser Ku’Damm-Bühnen in der bisheriger Form kämpft ein Bürgerbegehren mit dem Namen „Rettet die Ku’Damm-Bühnen“. Daher findet am 16. Januar 2011 ein Bürgerentscheid statt, gerichtet an die Bürger aus dem Berliner Stadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Ziel der Initiatoren ist ein natürlich ein „JA“. Inwieweit ein mögliches „JA“ für das Bezirksamt bindend ist, ist die große Frage, da es auf den ersten Blick eine privatrechtliche Angelegenheit ist. Aber mit einem entsprechenden großen Bürgerbegehren, müsste das Bezirksamt möglicherweise doch einschreiten, da ein öffentliches Interesse vorliegt. Zum Hintergrund, bis 1990 gehörte das Gebäudekomplex Kudamm-Karree, wozu auch die Bühnen gehören, dem Land Berlin. Es wurde verkauft mit der Auflage das der Spielbetrieb für die Bühnen die nächsten 20 Jahre gesichert ist, nun ist die Zeit abgelaufen. Ein anderer Rettungsanker wäre der Denkmalschutz gewesen, da die Theater einiges an Altbausubstanz bzw. Verzierungen aufzuweisen haben. Dieses Etikett Denkmal ist bis heute leider ausgeblieben! Und Investoren, in diesem Fall auch Vermieter, haben in der Regel Interesse an einer maximalen Rendite.

Die Presse hat sich diesen Konflikt schon seit einigen Jahren angenommen aber außer den Berichten darüber ist es bislang nicht nachhaltig genug gewesen. Des Weiteren gab es auch Unterschriftensammlungen und Diskussionen, siehe auch entsprechende Facebook-Gruppe. Ich denke vieles hat seine Berechtigung, daher auch diese Bühnen, welche zu diesem Kiez gehören und solange diese privat ohne Zuschüsse betrieben werden, dürfte es keinen stören! Für andere Projekte u.a. Büros und Ladengeschäfte gibt es in Berlin genug Platz. Wie ist die Meinung der Blog@inBerlin-Leser?

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Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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One comment

  1. Nachtrag: Der Bürgerentscheid „Rettet die Kudamm“-Bühnen ist gescheitert, ausführlicher Bericht dazu unter: http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=5147&catid=126&Itemid=40

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