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Der Berliner Hauptbahnhof

Vor einiger Zeit gab es hier bei blog@inBerlin eine Umfrage bzgl. der Berliner Lieblinge und der Sieger war überraschenderweise der „Berliner Hauptbahnhof“. Allein schon wegen diesem Platz auf  dem Siegespodest verdient der Berliner Hauptbahnhof einen eigenen Artikel! Also los geht’s… Seit 1868 gab es an diesem Platz den Lehrter Fernbahnhof und ab 1882 den Lehrter Stadtbahnhof für die S-Bahn. Bis zum Zweiten Weltkrieg konnten Fahrgäste von dem Fernbahnhof nach Lehrte bei Hannover fahren, daher auch der Bahnhofsname. Bedingt durch Kriegsschäden wurde der Fernbahnhof bis 1951 nur minimal weitergeführt, um dann endgültig geschlossen zu werden. Von 1957 bis 1959 erfolgte der Rückbau, übrig blieb nur noch der Stadtbahnhof. Bedingt durch die Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Teilung Berlins war die Umgebung des Bahnhofs wüstes Brachland.

1995 wurde mit dem Bau des heutigen Berliner Hauptbahnhofes begonnen! 2002 wurde der S-Bahnverkehr von der alten Trasse des Lehrter Stadtbahnhofes übernommen, somit konnte dieses Gebäude auch abgerissen werden. Am 28.05.2006, pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft wurde der neue Bahnhof in Betrieb genommen. Einige Kinderkrankheiten waren nach der Eröffnung noch zu beheben, wie zu schmale Zufahrten für die Taxis, keine Gepäckschließfächer, Zufahrt zum Parkhaus usw. Der Hauptbahnhof ist nicht nur ein Bahnhof, sondern auch ein Shoppingcenter, 80 Geschäfte und 800 Mitarbeiter haben dort ihr zu Hause. Nun zu den Superlativen, es wurde ein großer Kreuzungsbahnhof geschaffen, welchen es so noch nicht Berlin gab. 8 Gleise in der Tiefebene (Nord/Süd-Richtung) und 6 Gleise incl. S-Bahn in der Hochebene (West/Ost-Richtung) beherbergt das Gebäude. Seit 2009 fährt auch die U-Bahnlinie U55, welche ab 2017 bis Hönow als U5 durchfahren soll. Zukünftig soll auch die S-Bahnlinie S21 fahren, welche den Bahnhof in Nord-Süd-Richtung durchquert. Neben den schon vorhandenen Buslinien soll auch ein Anschluss an das TRAM-Netz (Linie M10) erfolgen.

Was hat sich bis heute getan? Es gab Diskussionen wegen der Dachverkürzung, letztendlich wurde 2006 auf Grund des Zeitdrucks nicht die volle Länge umgesetzt. Des Weiteren gab es Streitigkeiten zwischen dem Architekten und der Deutschen Bahn u.a. wegen dem verkürzten Dach und dem schlichten Deckengewölbe in der Tiefebene. Ein anderes Ereignis war der Herabfall eines Stahlträgers von den Turmbauten, welcher aber angeblich keine tragende Funktion hatte. Die Ladenöffnungszeiten am Sonntag waren und sind immer noch Thema beim Senat Berlin, dem Bezirksamt Mitte, der Kirche, dem Centermanagement und letztendlich den dort ansässigen Geschäften. Was auch noch fehlt ist Leben um den Bahnhof herum, bislang hat sich nur ein einfaches Hotel dazu gesellt! Zum Abschluss des Artikels ein paar weiterführende Weblinks. Die Deutsche Bahn hat Ihr Prestige-Bauwerk auf dieser Seite schön sachlich beschrieben. Es existieren aber auch zwei gut gemachte Berliner Blogs, welche sich intensiv mit dem Glashäuschen auseinandersetzen: Link1 (gerade inaktiv) und Link2. Mehr Eindrücke bietet noch die folgende Bildergalerie, viel Spaß dabei!

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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3 comments

  1. Hallo Waldnase,

    das ist ein sehr schöner Artikel über den Hauptbahnhof. Tolle Fotos!

    U55: Die fährt doch seit 2009, oder hab ich mich geirrt? Ich nenne sie immer insgeheim „Ü-chen“, weil sie so klein und knuffig ist :-)).

  2. Danke für den Hinweis, hab ich angepasst! Das kleine „Ü-chen“ wird auch mal erwachsen, hoffe ich jedenfalls^^

  3. central station

    Vielen Dank für die Verlinkung. 🙂

    Besonders toll ist das Bild mit dem regennassen Bahnsteig, das wunderbar den Ärger der 1. Klasse Fahrgäste über das kurze Dach illustriert. Am Bahnhof Zoo hat das komischerweise niemanden gejuckt. Vorteil, bei schönem Wetter kann man auf den unüberdachten Bahnsteigen die Sonne genießen. 😉

    Leben im Umfeld ist da, auch wenn man es nicht glauben will, da die Medien stets anderes kolportieren oder man selbst seine Vorstellung von Berlin nur am Kudamm bzw. Friedrichshain-Kreuzberg misst. Das zweite Hotel eröffnet übrigens im Juni. Für Nummer drei und vier ist bald Baustart.

    Frohes Osterfest wünschen wir Euch! 🙂

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