Rund um die “Böse Brücke”

“Böse Brücke” (korrekterweise Bösebrücke geschrieben)? Wo ist die denn, werden sich jetzt bestimmt einige fragen?! Viele kennen sie als Bornholmer Brücke. Richtig ist, das über die Brücke die Bornholmer Straße läuft, welche auf Seiten des Stadtteils Prenzlauer Bergs und Wedding zu finden ist. Unterhalb der Brücke ist die S-Bahn Station “Bornholmer Straße” zu finden. Der Name “Böse” hat seinen Ursprung von der Person Wilhelm Böse, welcher ein Widerstandskämpfer in der Nazizeit war.

Blick auf die Böse Brücke von der Behmstr

Blick auf die Böse Brücke von der Behmstr

Unter der Brücke verläuft der Mauerweg, in Richtung Norden wurde ein schöner Gehweg mit japanischen Kirschblüten angelegt, welcher wirklich von Japanern gesponsert wurde, siehe auch Denkmal (der geteilte Stein). In Richtung Süden geht es auf der Norweger Str dem Nordischen Viertel entlang zur Behmstr und zu dem Schwedter Steg. Im Osten der “Bösen Brücke” liegt der Stadtteil Prenzlauer Berg, dabei ist auf der rechten Seite die ehemalige Abfertigungsstelle der DDR zu finden, welche bei vielen Dokumentationen zum Mauerfall sichtbar ist. Speziell weil an dies der erste Ort war, an dem die Mauer am 9.11.1989 aufgemacht wurde. Aktuell ist es nur eine leerstehende asphaltierte Fläche, welche mal von einem Autohaus und einem großen Blumenladen genutzt, die letzte Nutzung 2009 geschah durch einen Zirkus. Linksseitig befindet sich eine große Kleingartenkolonie. In Richtung Westen befindet man sich im Stadtteil Wedding und zugleich auch die Tram-Station S-Bhf Bornholmer Str., auf beiden Seiten der Straße sind  Kleingärten zu finden. Im weiteren Verlauf der Straße folgen links und rechts Altbauten und leider auch nicht so hübsche Gebäude aus den 60/70ziger Jahren!

Während der Mauerzeit wurde der S-Bhf Bornholmer Str. ein Geisterbahnhof, dabei fuhr auf der Westseite die S-Bahn von Süd-Westen in Richtung Nord-Westen. Ostseitig gab es später auch eine Verbindung der S-Bahn von Schönhauer Alle nach Pankow, daher von Süd-Osten nach Nord-Osten, letztendlich sieht es aus wie ein Schmetterling, oder zwei vertauschte Klammerzeichen )(. Angeblich wurde es damals nach dem Mauerbau “Ulbrichtskurve” gekannt, nach dem damaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR, der mit dem Spitzbart. Heute treffen hier ganz friedlich Linien von der Ringbahn und die Nord-Süd-Linie aufeinander.

Welche Erlebnisse hab Ihr mit dieser Brücke gehabt, damals und heute! Schreibt es in den Kommentaren!

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About waldnase

Mein Name ist Waldnase und bin in der brandenburgischen Provinz großgeworden, wo alljährlich ein sogenanntes Baumblütenfest stattfindet. Seit 1999 in Berlin beheimatet und interessiere mich brennend für Geschichte, jedes Haus, jeder Platz sogar Menschen haben Ihre Lebensgeschichte. Einen kleinen Teil davon versuche ich hier bei blog@inBerlin einen Platz zu geben und freue mich sehr wenn es bei anderen auch ankommt^^
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7 Responses to Rund um die “Böse Brücke”

  1. Jens-Olaf says:

    An der Bornholmer Straße kam ich während der Mauerzeiten oft vorbei. Während meiner regelmäßigen Berlinbesuche (West). Da mein Aufenthaltsort Tegel war, fuhr ich oft mit der Bahn hier entlang. Und da es auch Ostverwandte gab, habe ich den Grenzübergang an dieser Stelle benutzt. An einem Tag Tag konnte man in zwei verschiedene Lebenswelten eintauchen, die ziemlich getrennt waren.
    Für einen Nichtberliner wie mich, war das nie normal.

  2. Achim B. says:

    Die Bösebrücke schreibt sich aber bitte in einem Wort!

  3. waldnase says:

    Upps, Danke für den Hinweis!

  4. Pingback: Prenzlauer Berg – das nordische Viertel | Blog@inBerlin.de

  5. waldnase says:

    Am 9.11.2010 wird der Platz des 9.November vor Ort eröffnet, dazu ist folgender Tagesspiegel-Artikel interessant: http://www.tagesspiegel.de/berlin/ein-stueckchen-weltgeschichte/1978048.html

  6. Pingback: Eröffnung “Platz des 9. November” | Blog@inBerlin.de

  7. velixx says:

    1983 war ich nach Tegel geflogen, konnte im Landeanflug ein, zwei brauchbare Fotos von dem Gebiet Bornholner Str./Bf Gesundbrunnen machen und nur ein paar Minuten später hatte ich mich dann mit dem Taxi zum Übergang B.Str. fahren lassen um eine Woche Ferien bei Verwandten in der Nähe von Hennigsdorf zu verbringen. In der Ost-S-Bahn war an dieser Stelle (von Pankow Richtung Schönhauser) deutlich zu erkennen, dass der Stacheldraht des Metallgitterzauns nach innen/Osten gerichtet war… Nach einigen schönen Tagen mit den Verwandten ging es dann nach dem wie immer traurigen und beklemmenden Abschied den gleichen Weg zurück. Wenig später sah ich den Ort also wieder von oben und dachte an Reinhard Meys “Über den Wolken”.
    Seit der Wende war ich fast jedes Jahr dort, besah mir den Fortschritt der Bahnbaustelle und hoffe, dass jetzt endlich auch ein Bahnhofsgebäude entsteht.

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